Was macht ein Compliance-Ombudsmann?

Ein wesentliches Element effektiver Compliance ist ein funktionierendes Hinweisgebersystem (Whistleblower-Hotline). Die am 16.04.2019 verabschiedete EU-Whistleblower-Richtlinie gibt einen Rechtsrahmen vor, nach dem künftig alle Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern ein Hinweisgebersystem einrichten müssen. In der Praxis hat sich hierbei die Installation von Rechtsanwälten als Compliance-Ombudsleute durchgesetzt. An diese können sich Mitarbeiter oder Vertragspartner eines Unternehmens vertraulich wenden, wenn sie Anhaltspunkte für Unregelmäßigkeiten haben und diese anzeigen möchten. Auf Wunsch bleiben sie dabei anonym. Rechtsanwälte sind als Berufsgeheimnisträger zudem von Gesetzes wegen dazu verpflichtet, die Identität des Hinweisgebers und die erhaltenen Informationen geheim zu halten. Die Identität des Hinweisgebers wird also geschützt.

Prüfung und Aufbereitung von Verdachtsfällen

Der Compliance-Ombudsmann überprüft den ihm mitgeteilten Sachverhalt auf Schlüssigkeit und versucht, diesen im Dialog mit dem Hinweisgeber möglichst umfassend zu ermitteln. Sodann berichtet der Compliance-Ombudsmann den Fall an die Unternehmensleitung, ohne die Identität des Hinweisgebers aufzudecken, wenn dieser das nicht wünscht. Die Unternehmensleitung hat diesen Hinweisen nachzugehen und die angezeigten Verdachtsfälle aufzuklären.

Bei dem Compliance-Ombudsmann werden somit die Anzeigen konzentriert und kanalisiert, welche die Hinweisgeber sonst an die Staatsanwaltschaft oder an die Öffentlichkeit richten würden. Das Unternehmen hat so die Möglichkeit, Verdachtsfälle autonom durch interne Ermittlungen aufzuklären und zu verhindern und bleibt weiterhin „Herr im eigenen Haus“. Weiterhin können strukturelle Defizite intern und diskret behoben werden.

Abschreckende Wirkung für potentielle Straftäter

Ein funktionierendes Hinweisgebersystem wirkt auf potentielle Straftäter abschreckend, weil diese befürchten müssen, entdeckt und angezeigt zu werden. Gleichzeitig wird die Unternehmenskultur verbessert, weil die Mitarbeiter erkennen, dass die Unternehmensleitung auf regelkonformes Verhalten Wert legt und Verstöße nicht hinnimmt. Ein solches System schützt somit die Mehrheit der ehrlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Missbräuche kommen in der Praxis so gut wie nicht vor und können in der Regel sehr schnell identifiziert werden, wenn ein erfahrener Compliance-Ombudsmann den Hinweis auf Plausibilität überprüft.

Die Installation eines Compliance-Ombudsmannes kann deshalb entscheidend dazu beitragen, für die Unternehmensleitung zivil- und strafrechtliche Risiken zu minimieren oder ganz auszuschließen, wenn aus dem Unternehmen heraus doch Straftaten oder Regelverstöße begangen werden sollten. 

Unabhängigkeit und Kompetenz durch externen Experten

Als Compliance-Ombudsleute haben sich selbstständige und vom Unternehmen unabhängige Rechtsanwälte bewährt, die über sehr gute Kenntnisse im Wirtschaftsrecht, im Wirtschaftsstrafrecht und im Compliance-Bereich verfügen. Rechtsanwalt Dr. Dilling erfüllt all diese Voraussetzungen, verfügt über langjährige praktische Erfahrung in all diesen Bereichen und kann daher auch für Ihr Unternehmen als Compliance-Ombudsmann tätig werden.

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