VOV-Umfrage zur Managerhaftung und D&O-Versicherung

Der in Köln ansässige D&O-Versicherer VOV-GmbH hat eine Umfrage von Managern zur Managerhaftung und D&O-Versicherung veröffentlicht.

Die VOV GmbH hat hierzu im IV. Quartal 2015 200 Geschäftsleiter aus nicht-inhabergeführten Unternehmen mit einer Bilanzsumme von mindestens 50 Mio. € befragt.

Nach dieser Studie hat insbesondere der VW-Abgasskandal hat dazu beigetragen, das Bewusstsein der Manager für ihre persönliche Haftungssituation zu schärfen. 92 % der befragten Manager gaben an, ihre persönlichen Haftungsrisiken zu kennen. Im Jahr 2014 waren es noch 85 % gewesen. Das Risiko, selbst in Anspruch genommen zu werden, beurteilen die meisten Firmenchefs ebenfalls höher als noch im Jahr zuvor. Ein Drittel der Manager zählt sich dabei zur sog. Hochrisikogruppe.

An erster Stelle der – wenigen in Betracht kommenden – Mittel, um diese Risiken zu minimieren, steht die D&O-Versicherung, über die etwa 70 % der befragten Unternehmensleiter mittlerweile verfügen. Dabei ist der Trend zu beobachten, dass viele Manager – oft genug aus guten Gründen – nicht nur der Unternehmens-Police vertrauen, sondern sich über eine sog. „Personal-D&O“ zusätzlich absichern, die ihnen im Schadensfall allein zur Verfügung steht. Die Manager erwarten jedoch nicht nur, dass der Versicherer Deckung bereitstellt, sondern es ihnen auch erlaubt, Rechtsexperten zu Rate zu ziehen.

Laut der VOV-Studie besteht das Hauptmotiv der unternehmerischen Tätigkeit für die befragten Manager darin, dem Unternehmen wirtschaftliche Chancen zu sichern. Ein wesentliches Haftungsrisiko ergibt dabei daraus, dass man ihnen – etwa bei einer fehlgeschlagenen Investition – im Nachhinein vorwirft, eine unternehmerische Entscheidung nicht sorgfältig genug vorbereitet zu haben. Viele Geschäftsleiter beraten sich deshalb mittlerweile mit ihrer Rechtsabteilung oder mit externen Rechtsanwälten, um ihre unternehmerischen Entscheidungen juristisch abzusichern. Immerhin ein Drittel der befragten Geschäftsleiter gab an, dabei Compliance-Vorschriften vorrangig einzubeziehen.

Als Hauptschadensquellen wurden Ansprüche von Insolvenzverwaltern (51 %), dienstvertragliche Auseinandersetzungen (36 %), Ansprüche im Zusammenhang mit Übernahmen/Fusionen (34 %) aber auch die Nichtbeachtung von Compliance-Vorschriften (33 %) angegeben.

Die VOV-Studie zeigt demnach, dass

  • die Haftungsrisiken der Manager auf einem sehr hohen Niveau zumindest subjektiv weiter steigen;
  • die D&O-Versicherung mittlerweile ein Standardinstrument ist, um diesen Risiken in geeigneter Weise zu begegnen und zwar auch in ihrer Ausprägung als „Personal-D&O“;
  • das Haftungsumfeld der Manager – insbesondere durch das Risiko einer Insolvenz und zu beachtende Compliance-Vorschriften – zunehmend schwieriger wird und
  • dass Manager unternehmerische Entscheidungen kaum noch „im Alleingang“ treffen, sondern sie diese durch Hinzuziehung von Experten juristisch absichern.

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